Was tun beim vorzeitigen Samenerguss??? Scherzhafte Bemerkungen und flapsige Kommentare fallen oft über Männer, die «zu früh kommen». Doch für die Betroffenen selbst gibt es dabei nicht viel zu lachen, denn der vorzeitige Samenerguss belastet häufig die Partnerschaft und führt in vielen Fällen zu einem frustrierenden Sexualleben - und damit zu einer eingeschränkten Lebensqualität.
Vorzeitiger Samenerguss wurde bis vor kurzem von den konsultierten Ärzten gerne als Bagatelle abgetan, sehr zum Frust des betroffenen Mannes. Vorzeitiger Samenerguss ist heute aber sicherlich eine der am weitesten verbreiteten Sexualstörungen überhaupt. Etwa 15% aller Männer in geschlechtsreifem Alter leiden nach Studien von Experten unter Ejaculatiopraecox. Einen Arzt um Hilfe zu fragen ist vielen Männern zu peinlich, und helfende Literatur ist oft unbekannt.
Unter vorzeitiger oder auch frühzeitiger Ejakulation - von den Medizinern Ejaculatiopraecox genannt - versteht man einen Samenerguss kurz nach oder sogar vor dem Eindringen. Die betroffenen Männer haben dabei meistens das Gefühl, keine Kontrolle über ihren Höhepunkt zu haben. Dabei unterscheiden die Ärzte zwei Formen: die sogenannte lebenslange oder primäre Ejaculatiopraecox, bei der die Betroffenen seit dem ersten Geschlechtsverkehr mit dem Problem zu kämpfen haben. Und die sogenannte erworbene oder auch sekundäre Ejaculatiopraecox, die sich erst im Laufe des Lebens entwickelt
Die Ursachen für den verfrühten Samenerguss sind nicht gänzlich geklärt, vermutlich liegen aber nur in Ausnahmefällen tatsächlich organische Leiden wie zum Beispiel eine Infektion der Harnröhre zugrunde. In der Praxis sind die Ursachen fast ausschließlich psychischer Natur: Angespanntheit und Versagensängste, die sich mit zunehmender Dauer des Problems verstärken können, spielen dabei unter anderem eine Rolle. Vor allem auch eine mangelnde Kenntnis des Mannes über sein sexuelles Empfinden kann dazu führen, dass er nicht richtig einschätzen kann, wie kurz er vor dem Höhepunkt steht. Gerade bei jungen Männern, die noch nicht viel Erfahrung haben, ist dies oftmals entscheidend.
Um die vorzeitige Ejakulation in den Griff zu bekommen, gibt es drei grundlegende Therapieansätze. Der erste ist das sogenannte Squeeze-Verfahren: Mit gezielten Techniken kann Mann lernen, mehr Kontrolle über seinen Samenerguss zu bekommen. Dieses Prinzip führt jedoch am ehesten zum Erfolg, wenn die Partnerin einbezogen wird. Wird die Technik richtig angewandt, kann man damit dem vorzeitigen Samenerguss auch langfristig entgegenwirken.Eine weitere Möglichkeit ist der Einsatz von betäubenden Cremes, Gelen oder Sprays, die direkt auf die Eichel aufgetragen werden.Ein dritter Ansatz ist die Einnahme von sogenannten Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmern. Dabei handelt es sich um Wirkstoffe, durch die die Konzentration des Botenstoffs Serotonin im Gehirn erhöht wird. Serotonin gehört wie auch Adrenalin zu den Botenstoffen, die Informationen zwischen Nervenzellen austauschen. Ursprünglich wurden diese Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer als Antidepressiva eingesetzt. Sie sollen die vorzeitige Ejakulation dadurch verhindern, dass sie die Erregbarkeit generell herabsetzen
Eines sollte den Betroffenen jedoch klar sein: Sowohl die betäubenden Cremes als auch die Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer bekämpfen nicht die Ursache des vorzeitigen Samenergusses, so dass im Normalfall langfristig keine Besserung zu erwarten ist.
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