Glutenallergie

    Glutenallergie – 12 wichtige Symptome

    Letzte Aktualisierung:

    Was ist eine Glutenallergie?

    Die Symptome einer Glutenallergie sind individuell verschieden. Wie sie sich äußern und wie schwer sie sind, hängt vor allem von der Menge des verzehrten Glutens ab. Eine Glutenallergie kann in jedem Alter auftreten.

    Manche Menschen haben offensichtliche Magen- und Darmbeschwerden wie Bauchschmerzen, Durchfall oder auch Obstipation (Verstopfung). Manchmal lassen sich die Symptome aber auch nicht eindeutig zuordnen und scheinen zunächst auf andere Magen-Darm-Erkrankungen hinzuweisen, wie Morbus Crohn oder eine Darminfektion. Häufig verläuft eine Glutenallergie auch symptomfrei.

    Unterschied zwischen Glutenallergie und Glutenunverträglichkeit (Zöliakie)

    Ein wichtiger Unterschied: Zöliakie ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem (unter dem Einfluss von Gliadin, einem Bestandteil von Gluten) Antikörper gegen die Darmschleimhaut bildet. Eine Glutenallergie hingegen entsteht, wenn der Körper Antikörper gegen Glutenin, einen Bestandteil von Gluten, produziert. Die Symptome einer Glutenallergie sind in der Regel auch milder als die einer Zöliakie. Außerdem reagieren Zöliakie-Patienten dauerhaft überempfindlich auf Gluten. Bei einer Glutenallergie ist es möglich, dass diese irgendwann abklingt.

    Was ist Gluten?

    Zunächst ein paar Worte zur Frage, was Gluten ist und was es mit dem Darm macht.

    Gluten ist ein Eiweiß, das in Roggen, Weizen, Gerste, Bulgur, Dinkel, Kamut und den meisten Hafersorten vorkommt. Es steckt also auch in Getreideerzeugnissen und getreidehaltigen Produkten, z. B in Brot, Frühstückscerealien, Partycrackern, Fertig-Frühstücksgetränken, Nudeln, Pizza, Couscous, Torten, Kuchen und Keksen. Und in allen möglichen Produkten, von denen Sie es vielleicht nicht erwarten: in Panierungen, in vormariniertem oder gewürztem Fisch, in Fleisch und Fleischersatzprodukten, gebundenen Soßen und Suppen, in Eis, Süßigkeiten und Bier.

    Welche Reaktion kann Gluten hervorrufen?

    Bei Glutenallergikern verursacht Gluten eine Entzündungsreaktion in der Dünndarmschleimhaut. Dadurch wird diese geschädigt und kann der Darm nicht mehr optimal funktionieren. Als erste Symptome treten u. a. Bauchschmerzen, Durchfall oder auch Verstopfung auf. Letztendlich kann die Dünndarmschleimhaut so beschädigt werden, dass die Aufnahme wichtiger Nährstoffe nur noch mangelhaft funktioniert. Es kommt zu einem Vitamin- und Mineralstoffmangel sowie zu Gewichtsverlust, was wiederum zahlreiche andere körperliche Beschwerden zur Folge haben kann. So kann beispielsweise eine Blutarmut auftreten, die u. a. mit Abgeschlagenheit einhergeht. Bei Kindern kann eine Glutenallergie zu Wachstumsverzögerung führen.

    Wie erkennt man eine Glutenallergie?

    Bei einer Glutenallergie kann also eine ganze Palette an Symptomen auftreten. Hier haben wir noch einige für Sie aufgelistet:

    1. geschwollener Bauch
    2. Bauchschmerzen
    3. Durchfall/lockerer, breiiger Stuhl
    4. Verstopfung
    5. ungewöhnlich übelriechender Stuhl
    6. heller Stuhl
    7. Blähungen
    8. Appetitlosigkeit
    9. Kopfschmerzen
    10. Abgeschlagenheit
    11. (bei Kindern) Reizbarkeit
    12. Zahnverfärbungen (ggf. mit weißen/gelben/braunen Flecken)

    Im Laufe der Zeit kann eine Glutenallergie körperliche Beschwerden verursachen, die auf einen Vitamin- und Mineralstoffmangel zurückzuführen sind.
    Mögliche langfristige Folgen einer Glutenallergie sind:

    • Blutarmut
    • Gewichtsverlust
    • Unterernährung
    • (bei Kindern) Wachstumsverzögerung
    • verzögerte Pubertät
    • Osteoporose (Knochenschwund)
    • Juckreiz, Ekzeme
    • Depression/Unfähigkeit, klar zu denken
    • Ausbleiben der Regelblutung (Amenorrhöe)
    • vaginaler Blutverlust während der Schwangerschaft
    • Fruchtbarkeitsprobleme
    • Fehlgeburten

    Was kann ich gegen die Beschwerden einer Glutenallergie tun?

    Wenn Sie bei sich eine Glutenallergie vermuten, wenden Sie sich am besten an Ihren Hausarzt oder Ihre Hausärztin. Eine Glutenallergie muss behandelt werden; nur so werden Sie die Beschwerden wieder los. Außerdem wirken Sie damit einer weiteren Schädigung Ihres Dünndarms entgegen.

    Eine Glutenallergie nachweisen

    Um eine sichere Diagnose zu stellen, kann nicht einzig von den Symptomen ausgegangen werden. Eine Glutenallergie lässt sich mit einem Eliminations- und Provokationstest nachweisen. Dabei wird Gluten für eine gewisse Zeit vom Speiseplan gestrichen (Eliminierung) und später wieder hinzugefügt. Wenn die Symptome bei der Eliminierung abklingen und dann wieder zurückkehren, kann die Diagnose einer Glutenallergie gestellt werden.

    Eine Zöliakie nachweisen

    Um Zöliakie mit Sicherheit zu diagnostizieren, ist eine Dünndarmbiopsie erforderlich. Dabei wird eine Gewebeprobe aus dem Dünndarm entnommen (Biopsie) und unter dem Mikroskop untersucht. Eine weitere Möglichkeit, wenn auch weniger zuverlässig, ist ein Bluttest. Dabei wird geprüft, ob sich Antikörper gegen körpereigene Darmzellen gebildet haben.

    Glutenallergie: Bekämpfung der Symptome

    Gegen eine Glutenallergie gibt es keine Medikamente. Stattdessen gilt es, Gluten zu meiden. In der Regel klingen die Symptome bereits innerhalb weniger Wochen ab.

    Ernährungsberatung kann helfen

    Eine glutenfreie Ernährungsweise ist recht komplex, da Gluten in so vielen verschiedenen Lebensmitteln enthalten ist. Schalten Sie darum am besten einen Ernährungsberater oder eine Ernährungsberaterin ein.

    Glutenfreie Produkte

    Damit Sie sich ein Bild machen können, haben wir einige glutenfreie Produkte für Sie aufgelistet:

    • Produkte mit einem „Glutenfrei“-Symbol
    • frisches Obst und Gemüse
    • Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte (alle unbearbeitet) und vegetarische Produkte
    • Milch, Joghurt, Quark, Käse aus Kuh-, Ziegen- oder Schafsmilch
    • Öl und Butter
    • Kartoffeln, Vollkornreis, Reisnudeln und Quinoa
    • Hülsenfrüchte, wie weiße und braune Bohnen, Linsen und Sojabohnen
    • die Getreidearten Amaranth, Mais, Hirse, Sorghum und Teff
    • bestimmte frische oder getrocknete Kräuter
    • Nüsse (darunter auch Erdnüsse), Samen und Kerne
    • Wein
    • Oliven

    Außerdem gibt es zahlreiche glutenfreie Diätprodukte zu kaufen, z. B. glutenfreies Brot und Kekse, glutenfreie Nudeln und glutenfreies Bier.

    Quellen

    Darmklachten.nl

    Voedingsadviesharderwijk.nl

    Glutenallergie.info

    Glutenvrij.nl

    Voedingscentrum.nl

    Zurück zum Seitenanfang