• Vorzeitige Ejakulation

Vorzeitige Ejakulation verhindern: 6 Tipps

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Was ist vorzeitige Ejakulation?

Vorzeitige Ejakulation, vorzeitiger Samenerguss oder Ejaculatio praecox: All diese Begriffe sagen aus, dass ein Mann beim Sex zu schnell kommt. Es passiert jedem Mann schon mal: dass es nicht gelingt, den Orgasmus hinauszuzögern, bis man selbst oder die Partnerin ihn sich wünscht.

Vorzeitige Ejakulation – häufiger als man denkt

Kommen Sie gelegentlich zu früh? Dann ist das kein Grund zur Sorge. Wenn es allerdings öfter passiert oder Sie den Zeitpunkt Ihres Orgasmus in keiner Weise steuern können, dann könnte es schon problematisch werden. Manchmal will man schließlich mal richtig lange die Nähe des anderen genießen.

Langfristig kann ein vorzeitiger Orgasmus zu Frustration oder Verärgerung führen. Vielleicht verspüren Sie Scham, weil Sie meinen, im Bett nicht die gewünschte Leistung zu erbringen. Oder die Beziehung leidet, weil Ihre Partnerin oder Ihr Partner einfach etwas vermisst. Und dann ist da oft noch ein Tabu: Man redet einfach nicht drüber.

Vorzeitige Ejakulation kommt bei 25 bis 60 % der Männer vor

Ganz klar: Der „ideale“ Zeitpunkt für einen Samenerguss ist relativ. Oft meint man mit „vorzeitiger Ejakulation“, dass der Mann schneller kommt als gewünscht. Für Sexualtherapeuten jedoch ist ein Samenerguss erst dann „vorzeitig“, wenn ein Mann bei intimen Kontakten oder beim Geschlechtsverkehr immer wieder binnen 30 bis 120 Sekunden zum Orgasmus kommt. Das passiert bei 25 bis 60 % aller Männer eher häufig, und manchmal sogar vor der Penetration. Bei manchen Männern reicht eine Berührung des Penis aus, um zum Höhepunkt zu kommen. Dies kann ein gesundes Sexualleben beträchtlich erschweren.

Was steckt hinter vorzeitiger Ejakulation?

Vorzeitige Ejakulation kann verschiedene Ursachen haben:

  • wenig Erfahrung mit der Verzögerung des Orgasmus;
  • längere sexuelle Abstinenz;
  • angelerntes Verhalten (wenn man bei der Masturbation in der Jugend immer auf einen möglichst schnellen Orgasmus hingearbeitet hat);
  • zu starke Fixierung auf die Partnerin oder den Partner, sodass man zu wenig auf die eigenen Gefühle achtet und den „Point of no Return“ verpasst.
  • Es kann auch eine biologische Ursache geben. Jüngere Untersuchungen legen nahe, dass vorzeitige Ejakulation durch einen Serotoninmangel verursacht wird. Serotonin ist die Substanz, die im Gehirn freigesetzt wird, wenn Sie sich gut fühlen. Ein zu niedriger Serotoninspiegel beim Mann kann zu einer überempfindlichen Eichel führen. Die Folge ist in manchen Fällen, dass der Mann innerhalb einer Minute kommt.
  • Sexuelle Unsicherheit: Die Angst, es nicht richtig zu machen, steigert die Erregung.
  • Anspannung und Stress: Dadurch lässt sich der Höhepunkt weniger gut steuern. Der Grund dafür ist die erhöhte Adrenalinproduktion bei Stress und Angst. Adrenalin wiederum baut Serotonin ab.
  • Versagens- oder Leistungsangst beim Geschlechtsverkehr ist wahrscheinlich die häufigste Ursache für eine vorzeitige Ejakulation.

So verhindern Sie den vorzeitigen Samenerguss

Es sind also verschiedene Faktoren, die bei der vorzeitigen Ejakulation eine Rolle spielen können. Je nach Ursache gibt es unterschiedliche Methoden, Tricks oder Medikamente, mit denen einem vorzeitigen Samenerguss entgegengewirkt werden kann.

Natürliche Tipps zur Vorbeugung vorzeitiger Ejakulation

  1. Haben Sie noch nicht so viel Erfahrung? Ablenkung kann helfen. Atmen Sie tief durch und denken Sie an etwas anderes. Am besten an etwas Langweiliges, etwas, das Sie jedenfalls nicht erregt. Versuchen Sie aber, Ihre Erektion aufrechtzuerhalten und Ihre Partnerin oder Ihren Partner nicht merken zu lassen, dass Sie abgelenkt sind.
  2. Pausen können helfen. Kündigt sich der Orgasmus an? Dann ziehen Sie den Penis zurück. Atmen Sie dann ein paar Mal tief durch, um etwas „abzukühlen“. Sobald Sie merken, dass Sie den Höhepunkt abgewendet haben, machen Sie wieder weiter.
  3. Probieren Sie es mal mit der Squeeze-Technik. Jedes Mal, wenn Ihr Orgasmus kommt, üben Sie oder Ihre Partnerin etwa 20 Sekunden lang Druck kurz unterhalb der Eichel aus. Aber vorsichtig – es sollte nicht wehtun. Wiederholen Sie dies beliebig oft, um eine vorzeitige Ejakulation zu verhindern.
  4. Verlängern Sie das Vorspiel. Sie können den Samenerguss hinauszögern, indem Sie sich mehr Zeit für das Vorspiel gönnen.
  5. Masturbieren Sie öfter, dann lernen Sie die eigenen Gefühle besser kennen und wissen irgendwann, wie sich ein Orgasmus ankündigt. Und arbeiten Sie dabei nicht auf eine „schnelle Lösung“ hin, sondern üben Sie stattdessen, den Orgasmus hinauszuzögern. Häufigere Selbstbefriedigung kann auch aufgestaute sexuelle Frustration abbauen.
  6. Leiden Sie unter Versagensängsten? Hier hilft nur eines: Reden Sie mit Ihrer Partnerin bzw. Ihrem Partner darüber. Konzentrieren Sie sich darauf, etwas gegen Ihre vorzeitige Ejakulation zu tun, statt sich dafür zu schämen – denn das macht es nur noch schlimmer.

Hilfreiche Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel

Leiden Sie unter Stress oder Nervosität? Es gibt mehrere Nahrungsergänzungsmittel, die dabei helfen können, negative Emotionen zu reduzieren. Daraufhin wird Ihr Körper weniger Adrenalin produzieren. Es geht um folgende Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel:

  • Tryptophan/Vitamin B3. Tryptophan steckt z. B. in Schokolade, Bananen, Erbsen und Milch und hilft dem Körper, die Energie aus der Nahrung effektiv aufzunehmen. Das wiederum sorgt für eine bessere Stimmung. Außerdem tragen Tryptophan und Vitamin B3 zur Bildung von Serotonin bei.
  • Rosenwurz. Rosenwurz wirkt lindernd bei Depressionen und dämpft die Wirkung einer stressbedingten Adrenalinausschüttung.
  • Griffonia-Extrakt. Der Extrakt aus diesem holzigen Strauch enthält 5-HTP, eine Substanz, die der Körper zur Produktion von Serotonin verwendet.

Medikamente gegen vorzeitige Ejakulation

Wenn die oben genannten Tipps nicht ausreichen, gibt es auch verschiedene Behandlungen, die gegen vorzeitigen Samenerguss helfen können.

Finden Sie sich nicht damit ab

Sie können bestimmt etwas gegen den vorzeitigen Samenerguss tun. Und manchmal ist es bereits ein guter Anfang, mit der Partnerin oder dem Partner darüber zu reden. Vergessen Sie nie, dass Sie nicht allein sind und dass es wirklich Lösungen gibt.

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