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Wege aus der Depression

Wege aus der Depression



Was ist eine Depression?



Nicht jede traurige Verstimmung ist gleich eine Depression. Enttäuschung, Trauer und auch Frustration sind normale Reaktionen auf negative Erlebnisse. Das Erlebte wird aber meist mit der Zeit durch neue Erfahrungen verdrängt. Bei Verlust einer nahestehenden Person, sei es durch Trennung oder gar Tod, kann die Trauer mehrere Monate, mitunter ein ganzes Jahr andauern. Aber auch derlei einschneidende Erlebnisse gehören zum Leben dazu und Trauer ist eine natürliche Reaktion darauf, jedoch keine Krankheit.

Von anhaltender Schwermut zu Wegen aus der Depression



Anhaltende Schwermut bzw. eine Depression ist jedoch eine ernstzunehmende Störung der seelischen Verfassung, die sich auch körperlich auswirkt und entsprechend als Krankheit klassifiziert ist. Depressive Menschen nehmen positive Erlebnisse nur eingeschränkt, bis gar nicht wahr. Negative Erfahrungen treten in den Vordergrund. Gefühle wie Traurigkeit, Niedergeschlagenheit, bis hin zu Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung bestimmen das Leben der Betroffenen in einem bisher nicht gekannten Ausmaß. Hinzu kommen oft Angstzustände, verbitterte Gedanken und / oder das Gefühl allein zu sein. Die zermürbenden Gefühlswahrnehmungen lassen die Betroffenen eine innere Leere empfinden. Die negative Gefühlsspirale wirkt sich auf die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit aus. Gedächtnisprobleme sind genauso bekannte Begleiterscheinungen von Depressionen wie Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, Verlust des Sexualtriebs, sowie Kopf-, Brust- und Bauchschmerzen. Doch es gibt Wege aus der Depression.

9 Tipps für Betroffene



Im Folgenden werden Ihnen Hinweise gegebenen, die Ihnen selbst dabei helfen sollen, den Weg aus der Depression zu finden.

1. Nährstoffreiche Kost


Vielen Betroffenen ist oft nicht bewusst, wie sehr sich das seelische Leiden auf den Körper auswirkt, aber auch umgekehrt kann der bewusste, gesunde Umgang mit dem Körper die Heilungschancen erhöhen. Dazu gehört auch eine gesunde Ernährung. Egal, welche Ernährungsweise Sie bevorzugen, ob Sie sich normal, vegetarisch oder vegan ernähren, nehmen Sie sich ausreichend Zeit zum Kochen und verwenden Sie möglichst frische Zutaten. Um eine optimale Nährstoffversorgung zu erreichen, bereiten Sie die Speisen am besten schonend und nicht in der Mikrowelle zu. Wählen Sie Speisen, die Ihnen schmecken. Verzichten Sie auf sehr scharfe Kost und Weizenprodukte. Überraschen Sie sich selbst immer mal mit einer kulinarischen Belohnung.

2. Regelmäßig Sport


Betreiben Sie regelmäßig Sport. Dabei müssen Sie freilich nicht zum Leistungssportler werden. Sorgen Sie jedoch für regelmäßige Bewegung. Das erhöht Ihre Serotoninausschüttung und wird Ihre Stimmung heben. Sie müssen nur den inneren Schweinehund überwinden. Sport macht gemeinsam mehr Spaß. Gehen Sie mit einem Freund oder einer Freundin joggen, melden Sie sich für einen Yoga-Kurs an oder planen Sie eine kleine Radtour, etc. Sie haben eine Sportart, die Sie schon immer einmal ausprobieren wollten? Jetzt ist die richtige Zeit, diese in Angriff zu nehmen.

3. Selbstbewusste Körpersprache


Kopf hoch! Sie kennen diesen aufmunternden Spruch sicher. Tatsächlich handelt es sich dabei nicht nur um eine leere Floskel. Hängende Schultern, ein gerundeter Rücken und der stete Blick nach unten sind nicht nur Anzeichen dafür, dass es Ihnen momentan nicht gut geht, sondern sie verstärken negative Gefühle. Also Kopf hoch, gewöhnen Sie sich einen aufrechten und entspannten Gang an.

4. Ehrlichkeit – zu sich selbst und anderen


Haben Sie zuweilen das Gefühl, Sie müssten sich für eine Schwäche, einen Fehler, ein Gefühl oder einen Gedanken schämen? Schlucken Sie Empfindungen nicht herunter. Sprechen Sie offen an, wenn Sie sich verletzt fühlen, etc. Die meisten Menschen werden Ihre Ehrlichkeit schätzen. Obendrein fühlen Sie sich mit sich selbst wieder im Reinen. Gehen Sie unangenehmen Unterhaltungen nicht aus dem Weg.

5. Eigenverantwortung und Gelassenheit


Therapeuten und Ärzte können Ihnen lediglich Türen öffnen, hindurchgehen müssen Sie selbst. Auch ein Partner ist nicht dazu da, Sie glücklich zu machen. Womöglich hat er selbst Sorgen und eigene Kämpfe zu bestreiten und möchte sich einmal bei Ihnen gehen lassen und Schwäche zeigen. Machen Sie Ihr eigenes Glück, statt andere für Ihr Unglück verantwortlich zu machen. Ändern Sie dabei die Dinge, die Sie ändern können und akzeptieren Sie die Dinge, die Sie nicht ändern können.

6. Geselligkeit


Wer unter einer Depression leidet, möchte sich womöglich nur in den eigenen vier Wänden verkriechen. Dabei sollten Sie Ihre empfundene Isolation nicht noch unterstützen. Es ist verständlich, dass Sie andere nicht mit Ihrem „schwarzen Loch“ belasten wollen oder Schwäche zeigen wollen. Brechen Sie dennoch aus einer Negativ-Spirale zuweilen aus und begeben Sie sich ohne Erwartungen unter Menschen. Vielleicht auch nur, um nicht allein zu sein. Lassen Sie sich auf neue und womöglich positive Erlebnisse ein.

7. Gefühle nicht betäuben


Der Genuss von Alkohol ist in Ordnung, solange Sie ihn nicht brauchen. Das gilt für alle Drogen. Wenden Sie sich Ihren Gefühlen zu, auch den negativen. Lenken Sie sich nicht immer ab, lassen Sie auch negative Emotionen zu. Nur so können Sie Positives und Negatives wieder empfinden lernen.

8. Täglich Zeit zum Entspannen


Nehmen Sie sich täglich etwas Zeit für sich. Lassen Sie den Alltag draußen, stellen Sie Ihr Handy ab, lassen Sie den Computer und Fernseher aus und seien Sie in Stille. Diese Zeit gehört Ihnen. Sie können sie gezielt mit Entspannungstechniken verbringen oder einfach nur „sein“ und in sich hineinhorchen. Das Hochkommen negativer, aber auch positiver Gefühle ist möglich und sogar erwünscht.

9. Keine Angst vor Hilfe


Verabschieden Sie sich von dem Gedanken, eine Last für andere zu sein. Natürlich ist Ihre eigene Unabhängigkeit wichtig. Scheuen Sie sich jedoch in Krisenzeiten nicht, die Hilfe anderer anzunehmen.

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