Alopezie


Was ist Alopezie?


Alopezie bezeichnet einen permanenten Haarverlust. Die ausgefallenen Haare wachsen bei Vorliegen einer Alopezie nicht nach. Einem durchschnittlichen Menschen fallen zwischen siebzig und einhundert Haare des Kopfes pro Tag aus. Normalerweise verbleiben die Haarwurzeln in der Kopfhaut. Die Haare wachsen somit im Normalfall wieder nach - ausgefallene Haare werden ständig ersetzt, der permanente normale Ausfall von Haaren wird nicht sichtbar. Eine Alopezie liegt erst dann vor, wenn die Haare nicht nachwachsen und der Ausfall somit sichtbar wird. Ein erhöhter Haarausfall, bei dem die Haare nachwachsen, stellt keine Alopezie dar und führt auch nicht zwingend zu einer solchen.

Was sind die Ursachen für Haarausfall?


Bevor die Ursachen für Haarausfall beschrieben werden können, müssen zunächst die verschiedenen Arten des Haarausfalls geklärt werden. Die drei häufigsten Formen des Haarausfalls sind der androgenetische Haarausfall, die alopecia areata und ein diffuser Haarausfall. Darüberhinaus gibt es etliche weitere Formen des Haarausfalls, die hier allerdings nicht näher beschrieben werden, da sie deutlich seltener auftreten.

Androgenetischer Haarausfall:
Der androgenetische Haarausfall wird, wie der Name besagt, durch die sog. Androgene hervorgerufen. Androgene sind Sexualhormone, die in der Entwicklung des Mannes eine bedeutende Rolle spielen. Bei Männer stellt der androgenetische Haarausfall eine normale Erscheinung dar, die begleitend zum Prozess des Alterns bzw. Älterwerdens auftritt. Dies ist nicht als pathologisch zu bewerten. Ca. 80% der Männer sind im Laufe ihres Lebens von dieser Form des Haarausfalls betroffen. Lediglich wenn der androgenetische Haarausfall bei jungen Männern oder bei Frauen auftritt, gilt er als kosmetisches Problem und bedarf daher eventuell einer Behandlung. Der Beginn des androgenetischen Haarasufalls ist durch das Auftreten sog. Geheimratsecken geprägt. Der Haarausfall schreitet dann weiter vor, nicht selten endet er mit dem Auftreten einer Glatze. Teilweise bleibt jedoch Resthaar an bestimmten Kopfstellen vorhanden. Diese Art des Haarausfalls ist genetisch bedingt, weshalb eine familiäte Häufung zu beobachten ist. Auch rund 50% der Frauen sind im Laufe ihres Lebens von dieser Art des Haarausfalls betroffen. Hier beginnt er jedoch nicht durch das Ausbilden von Geheimratsecken, sondern im Bereich des Mittelscheitels.

Alopecia areata:
Alopecia areate bezeichnet einen begrenzten kreisrunden Haarausfall. Diese Form der Alopezie kann in jedem Lebensalter auftreten, am häufigsten ist das Auftreten zwischen dem 20, und 40. Lebensjahr. Der Haarausfall tritt meistens am Kopf auf, bei Männern häufig auch im Bereich des Barts. Alopecia areata tritt bei der Körperbehaarung nur sehr selten auf. Als Auslöser wird eine Immunreaktion angenommen. Hierbei wird vermutet, dass sich Körperzellen des Immunsystems, die eigentlich die Bekämpfung von Erregern zur Aufgabe haben, sich gegen die Zellen der Haarwurzeln richten. Die körpereigenen Haarwurzeln werden von den Immunzellen fälschlich als fremd erkannt und angegriffen. Es kommt in Folge dieses Angriffs der Immunzellen zu einer Entzündungsreaktion, weshalb die alopecia areata eine Form des entzündlichen Haarausfalls ist. Sollte dieses Modell der Entstehung zutreffen, handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung. Bei vielen Menschen besteht die alopecia areata nur über einen begrenzten Zeitraum hinweg, d.h. die Haare wachsen nach einer gewissen Zeit wieder nach und die kreisrunden kahlen Stellen verschwinden. Bei anderen Menschen stellt die alopecia areata allerdings den Ausgangspunkt einer weitergehenden Alopezie dar.

Diffuser Haarausfall:
Unter diffusem Haarausfall versteht man das Ausfallen von Haaren am gesamten Kopf. Dieser Form des Haarausfalls betrifft Frauen häufiger als Männer. Die Ursachen können Hormonschwankungen, Eisenmangel, Lupus, Schilddrüsenerkrankungen, Infektionen, Kopfhauterkrankungen, Fettunterversorgung oder Stress sein.

Wie kann man vorbeugen?
Es gibt keine Methoden, Haarausfall direkt vorzubeugen. Jedoch sollten Haare nicht geschädigt werden. Es ist wichtig, auf Haarpflege, z.B. durch regelmäßiges Waschen und Kämmen zu achten. Darüberhinaus sollten Färbungen, Tönungen, etc. nicht zu häufig verwendet werden. Auch eine "gesunde" Lebensweise, also eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf und Bewegung und der Verzicht auf übermäßigen Konsum von Genussmitteln, können hilfreich sein. Ein "Patentrezept", welches das Nichtauftreten einer Alopezie garantiert, gibt es jedoch nicht.

Wie kann man Alopezie behandeln?


Die Behandlung der Alopezie lässt sich grob in zwei Ansätze unterschieden. Zum einen stellt die medikamentöse Behandlung eine vielversprechende Option dar. Zum anderen besteht die Möglichkeit, die Alopezie durch kosmetische Hilfsmittel zu kaschieren.

Im Rahmen der medikamentösen Behandlung stehen verschiedene Optionen zur Verfügung. So ist die Beeinflussung des Hormonstatus eine Möglichkeit, gegen Haarausfall vorzugehen. Bei Männern kann versucht werden, die Umwandlung von Testosteron in Dihydrotestosteron zu inhibieren, da ein übermäßiges Vorhandensein des Dihydrotestosterons zu Haarausfall führen kann. Der bekannteste Wirkstoff, der nach diesem Wirkmechanismus funktioniert ist Finasterid. Handelsnamen von Präparaten, die diesen Wirkstoff beinhalten sind zum Beispiel Popecia und Aindeem. Finasterid muss etwa sechs Monate angewendet werden, bis eine Besserung des Haarausfalls sichtbar wird.

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Desweiteren gibt es den Wirkstoff Minoxidil, ein Hypertonikum (blutdrucksenkender Stoff), der auch zur Behandlung des Haarausfalls zugelassen ist. Bei Männern wird Minoxidil zur Behandlung des androgenetischen Haarausfalls (anlagebedingter Haarausfall) eingesetzt. Bei 70–80 % der Fälle kann der Haarausfall durch Minoxidil gestoppt werden. Bei Frauen kann eine anlagebedingte diffuse Kopfhaarverdünnung im Scheitelbereich gestoppt werden. Im Handel ist Minoxidil unter anderem unter dem Namen Regaine erhältlich.

Alfatradiol ist ebenfalls zur Behandlung des androgenetischen Haarausfalls zugelassen. Bei diesem Wirkstoff kann jedoch ein kurzzeitiges Brennen auf der Kopfhaut auftreten.

Cortisonhaltige Medikamente wirken gegen die Alopecia areate, da sie das Immunsystem unterdrücken und entzündungshemmend wirken.

Zur Behandlung des diffusen Haarausfalls gibt es diverse rezeptfreie Medikamente, die in jeder Apotheke erworben werden können. Häufig sind Cystin, B-Vitamine oder Biotin enthalten. Hier ist beispielsweise das Präparat Priorin zu nennen, das Inhaltsstoffe der Hirse in Kombination mit dem Vitamin B5 (Pantothensäure) und dem Eiweißbaustein L-Cystin beinhaltet.

Eine weitere Möglichkeit stellt eine Haartransplantation dar. Bei der Behandlung der aloplecia areata kommt aufgrund der, das Immunsystem betreffenden, Ursache auch eine Modulierung des Immunsystems als Behandlung in Frage.