Geheimratsecken


Was sind Geheimratsecken?


Als Geheimratsecken wird der Haarausfall am Haaransatz an den Schläfen eines Mannes bezeichnet. Hierbei ist darauf hinzuweisen, dass es sich nicht um einen medizinischen Fachausdruck, sondern um eine umgangssprachliche Bezeichnung handelt. Die medizinische Bezeichnung lautet Calvities frontalis. Häufig beginnt die Glatzenbildung bei genetisch bedingtem Haarausfall (androgenetische Alopezie) mit dem Entstehen von Geheimratsecken. Allerdings können diese auch außerhalb dieses Zusammenhangs auftreten. Der androgenetische Haarausfall findet bei 80% der Männer im Laufe des Lebens statt und stellt keinen pathologischen Zustand dar. Vielmehr handelt es sich um ein normales Phänomen im Zuge des Alterns bzw. Älterwerdens. So treten auch die Geheimratsecken normalerweise zu einem Zeitpunkt im mittleren Lebensalter eines Mannes auf. Vereinzelt können sie jedoch auch deutlich verfrüht, zum Beispiel während der Pubertät, entstehen. Geheimratsecken werden im Normalfall nicht als kosmetisches Problem gesehen, sondern gelten als Zeichen der Alterung. Dies ist bereits aus dem antiken Griechenland überliefert - dort galten diese als Zeichen der Würde eines ehrenvollen Alters.

Warum entstehen Geheimratsecken?


Geheimratsecken enstehen im Normalfall im Zuge der altersbedingten Glatzenbildung des Mannes. Bei etwa 80% der Männer liegt eine androgenetische Alopezie vor, d.h. bei diesen Männern kommt es im Laufe ihres Lebens zu einem genetisch bedingten Haarausfall. Die Geheimratsecken bilden hierbei häufig den Anfang der Glatzenbildung. Die Geheimratsecken selbst werden nur selten als kosmetisches Problem wahrgenommen. Die meisten Betroffenen fürchten sich jedoch vor der im weiteren Verlauf drohenden Entstehung einer Glatze und sind daher durch das Auftreten der Geheimratsecken beunruhigt. Die Ursache für den als erblich bedingt bezeichneten Haarausfall ist eine Überempfindlichkeit der Haarfollikel gegen Dihydrotestosteron (DHT). Die Überempfindlichkeit gegen das Dihydrotestosteron führt jedoch zu einer derart verkürzten Wachstumsphase, dass kaum noch sichtbare Haare hervortreten. Hieraus ergibt sich, dass Menschen mit Glatze nicht weniger Haarfolikel besitzen als Menschen mit ausgeprägtem Haarwuchs.

Dihydrotestosteron entsteht aus Testosteron. Das Testosteron wird durch das Enzym 5α-Reduktase in Dihydrotestosteron umgewandelt. An dieser Stelle greifen viele Wirkstoffe ein. Sie inhibieren (hemmen) die Umwandlung des Testosterons in Dihydrotestosteron, um das weitere Voranschreiten des Haarausfalls zu verhindern. Eine Glatze ist im eigentlichen Sinne kein medizinisches Problem, jedoch resultieren aus der ungewollten Entstehung einer Glatze häufig psychische Probleme für den Betroffenen. Aus diesem Grund ist eine medikamentöse Behandlung bei einer subjektiven Beeinträchtigung durchaus anzuraten.

Wie lassen sich Geheimratsecken behandeln?


Wie bereits angesprochen gibt es diverse medikamentöse Möglichkeiten, den genetisch bedingten Haarausfall zu stoppen. Die Beeinflussung des Hormonstatus ist hierbei ein wichtiges Instrument, um die Alopezie aufzuhalten. Der Wirkmechanismus besteht häufig darin, die Umwandlung von Testosteron in Dihydrotestosteron, die aktive Form des Testosterons, zu hemmen. Ein Wirkstoff, der eingesetzt werden kann ist das Finasterid, das unter den Markennamen Propecia und Aindeem erhältlich ist. Nach sechsmonatiger Anwendung wird eine erste Besserung des Zustands sichtbar. Finasterid muss jedoch über einen längeren Zeitraum angewendet werden, da der Haarausfall ansonsten nach Absetzen weiter fortschreitet. Eine seltene, aber schwere Komplikation bei Anwendung von Finasterid ist das sog. Post-finasteride syndrome. Hierbei handelt es sich um einen Komplex von Symptomen, der nach Einnahme von Finasterid auftreten kann. Das Syndrom kann auch noch nach Absetzen des Medikaments entstehen. Es ist gekennzeichnet durch anhaltende sexuelle, neurologische, mentale und körperliche Symptome.

Ein weitere zur Behandlung des Haarausfalls eingesetzter Wirkstoff ist Minoxidil. Die flüssige Substanz wird auf die betroffenen Stellen aufgetragen und kann den erblich bedingten Haarausfall stoppen. Eine Wirkung im Bereich der Schläfen, also bei Geheimratsecken, ist jedoch nicht nachgewiesen. Minoxidil ist unter anderem unter dem Namen Regaine auf dem Markt erhältlich.

Darüberhinaus sind diverse Medikamente rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Viele dieser Mittel enthalten Cystin und B-Vitamine. Die Wirksamkeit ist nur bei wenigen dieser Mittel nachgewiesen. Ein Produkt dieser Kategorie ist das Priorin. Priorin enthält Hirseextrakt, Vitamin B5 (Pantothensäure) und Cystin.

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