Glatze


Was man(n) bei Glatze tun kann


Das menschliche Haar verfügt über keine unbegrenzte Lebenszeit, weswegen immer wieder einzelne Haare auf dem Kopfpolster, in der Bürste oder auf der Kleidung zu finden sind. Tritt dies in gehäufter Form auf, können dauerhafte Folgen entstehen. Bei einem Verlust von mehr als 100 Haaren pro Tag über einen Zeitraum von mehreren Monaten kann sich auch bei Männern in jungem Alter eine Glatze bilden. Der Verlauf kann aufgehalten oder rückgängig gemacht werden, allerdings muss vorab der Ursache auf den Grund gegangen werden.

Wie eine Glatze entsteht


Die Ursachen für Haarausfall sind verschieden. Wenn ein auslösendes Ereignis zugrunde liegt, müssen die Haare nicht zwingend sofort ausfallen. Oft liegt ein wochenlanger Ruhezustand dazwischen, in dem die Haare ihr Wachstum einstellen. Am Ende dieser Ruhezeit fallen dann viele Haare gleichzeitig aus.
Wenn ein bestimmtes Ereignis die Ursache ist, führt dies in der Regel zu diffusem Haarausfall. Meist dauert es zwei bis drei Monate, bis der Haarverlust bemerkt wird, da es in dieser Zeit zu einem verstärkten Eintritt der Haare in die Ausfallphase kommt. Seltener fallen die Haare in der Wachstumsphase aus, wobei sich bereits nach wenigen Tagen Veränderungen zeigen.
Ursachen für diffusen Haarausfall können sein:
  • Schilddrüsenüber- oder Unterfunktion
  • Eisen- oder Nährstoffmangel
  • Nebenwirkungen von Medikamenten
  • Chemotherapie
  • Mechanische Ursachen wie ständiger Zug oder Druck auf die Haarwurzeln, z.B. durch das Tragen eines Pferdeschwanzes oder lange Bettlägerigkeit
  • Infektionen oder Hauterkrankungen, hervorgerufen durch Pilze, Bakterien oder Viren sowie Tumore, Schuppenflechte und Ekzeme an der Kopfhaut
  • Vernarbender Haarausfall, wobei beispielsweise durch Verbrennung oder Verätzung die Haarwurzeln zerstört werden und nicht mehr nachwachsen können
  • Stress

Der diffuse Haarausfall kann in den meisten Fällen durch eine Therapie der Grunderkrankung gestoppt werden und verloren gegangene Haare wachsen wieder nach.

Im Gegensatz dazu kommt es bei der Alopecia areata zu einem kreisrunden Haarausfall. Die genaue Ursache ist unbekannt, vermutlich handelt es sich aber um eine Fehlreaktion des Immunsystems im Zuge einer Autoimmunerkrankung. Die körpereigenen Abwehrzellen richten sich gegen die Haarwurzeln und lösen dort eine Entzündung aus, wodurch die Haare nicht mehr richtig wachsen können und nach und nach ausfallen. In machen Familien ist ein gehäuftes Auftreten zu beobachten, was eine erbliche Veranlagung vermuten lässt.

Auf jeden Fall vererbbar ist die androgenetische Alopezie. Diese Form des Haarausfalls ist rein erblich bedingt und bildet die häufigste Ursache für Glatzen bei Männern. Sie manifestiert sich meist zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr und beginnt mit der Ausbildung von Geheimratsecken. Das Haar lichtet sich daraufhin auch am hinteren Oberkopf. In einem späten Stadium verbinden sich die haarlosen Bereiche, Haare wachsen nur noch als hufeisenförmiger Haarkranz. In manchen Fällen ist dieser Prozess bereits vor dem 30. Lebensjahr abgeschlossen. Das Auftreten von Geheimratsecken muss aber nicht zwingend bedeuten, dass man einer Glatze nicht entgehen wird. Manche Männer tragen sie bis ins hohe Alter mit sich, ohne dass sich der Haarverlust auf andere Bereiche des Kopfes ausweitet.
Bei der androgenetischen Alopezie handelt es sich nicht um eine hormonelle Störung, obwohl das männliche Geschlechtshormon Dihydrotestosteron (DHT) wesentlich daran beteiligt ist. Die Haarwurzeln reagieren auf dieses Hormon übermäßig empfindlich, wodurch sich die Wachstumsphase der Haare verkürzt. Sie fallen schneller aus und wachsen immer dünner nach, bis nur noch Flaumhaare übrig sind. Diese gehen oft mitsamt der Haarwurzel zugrunde. Wie viele Haarwurzeln davon betroffen sind, ist bereits bei der Geburt vorgegeben. Dass Männer mit androgenetischer Alopezie zu viel Testosteron im Blut haben, ist ein Irrglaube. Lediglich die Haarwurzeln reagieren deutlich empfindlicher auf DHT als bei anderen Männern.

Wie Haare wieder wachsen


Die aufwendige und kostenintensive Methode der Haartransplantation wird seit einiger Zeit erprobt. Dabei werden Haarwurzeln am Hinterkopf entnommen und an kahlen Stellen eingepflanzt. Da sie aus dem Haarkranz stammen, bleiben sie danach lebenslang erhalten. Die Anzahl der Haarwurzeln erhöht sich auf diese Weise aber nicht. Die Haare können also lediglich umverteilt, nicht aber vermehrt werden.

Doch es muss nicht die komplizierte Haartransplantation sein, um auf einer Glatze wieder Haare wachsen zu lassen. Andere, nichtoperative Methoden führen zum selben, wenn nicht sogar zu einem besseren Ergebnis. Mittel mit verschiedenen Wirkstoffen kommen zum Einsatz, wenn das Haarwachstum angekurbelt werden soll:
  • Propecia: Die rezeptpflichtigen Tabletten beinhalten den Wirkstoff Finasterid und werden bei beginnendem Haarausfall angewendet. Das Präparat hemmt den Effekt des männlichen Hormons DHT auf die Haarwurzeln, was den Haarausfall stoppt und die Haare nachwachsen lässt.
  • Aindeem: Auch hierbei handelt es sich um rezeptpflichtige Tabletten mit dem Wirkstoff Finasterid, welche die Haare an kahlen Stellen nachwachsen lassen.
  • Priorin: Dieses Präparat ist als Shampoo oder in Kapselform erhältlich. Es beinhaltet einen Mikronährstoff-Komplex, der die Haarwurzeln mit Nährstoffen versorgt und so das Haarwachstum fördert.
  • Regaine: Der hier enthaltene Wirkstoff Minoxidil kommt eigentlich bei der Behandlung von arterieller Hypertonie zum Einsatz. Soll er Haarausfall bekämpfen, wird er aber nicht als Tablette eingenommen, sondern als Shampoo äußerlich angewendet und stimuliert dabei das Haarfollikelwachstum.

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Bei Finasterid und Minoxidil handelt es sich um wissenschaftlich erprobte Wirkstoffe, welche ein Leben lang angewendet werden. Noch intakte Haarwurzeln lassen sich so fast immer retten, kaputte immerhin bei der Hälfte der Betroffenen. Je früher mit der Behandlung begonnen wird, desto besser fällt das Ergebnis aus.