Haarverlust


Haarausfall - ein häufiges Männerleiden


Viele Männer leiden unter mehr oder weniger starkem Haarverlust. Dabei kann es sich lediglich um vergrößerte Geheimratsecken handeln oder auch die Bildung einer vollständigen Glatze - inklusive aller Zwischenstufen. Betroffen sind nicht nur betagte Herren, sondern Männer aller Altersstufen, nicht selten bereits kurz nach Erreichen der Volljährigkeit. Auch wenn eine Glatze bei Männern gesellschaftlich wesentlich akzeptierter ist als bei Frauen, leiden einige der Betroffenen erheblich darunter. Wenn Sie ebenfalls zu den Geplagten gehören, finden Sie im Folgenden wichtige Informationen zu Ursachen und Behandlung von Haarverlust.

Ursachen von Haarverlust


Haarverlust bei Männern kann sehr viele Ursachen haben, ernste und weniger ernste. Wer darunter leidet, geht am besten systematisch vor und schließt verschiedene Möglichkeiten nacheinander aus. Dazu sollte zunächst der Hausarzt aufgesucht werden, um ein großes Blutbild zu veranlassen. Denn plötzlicher und erheblicher Haarverlust kann auf schwerwiegende Erkrankungen wie Stoffwechsel- und Hormonstörungen sowie Diabetes hindeuten.

Sind diese Ursachen ausgeschlossen, sollten auch verschiedene Mangelerscheinungen in Betracht gezogen werden. Insbesondere Eisenmangel kann zu plötzlichem Haarverlust führen, ebenso wie eine Unterversorgung mit den Vitaminen B, C und A. Auch Alkoholismus und schwere Darmerkrankungen können zu diesem Symptom führen, da sie eine ausreichende Nährstoffversorgung aus der Nahrung einschränken oder unterbinden. Das Gleiche gilt für generelle Mangelernährung, beispielsweise im Rahmen einer übermäßig strengen Diät. Zuletzt lohnt sich zudem ein Blick auf die persönlichen Medikamente: Befindet sich darunter eines, das Haarausfall als Nebenwirkung zeigen kann?

Bleibt die Suche nach einer Ursache auf diesem Wege erfolglos, macht der Besuch eines Hautarztes Sinn. Durch den Spezialisten kann anhand der Kopfhaut bestimmt werden, ob dem Problem eine Schuppenflechte, eine viröse oder bakterielle Infektion oder aber eine Pilzerkrankung, beispielsweise durch Hefen, zugrunde liegt. In einigen Fällen ist auch Herpes zoster für kahle Stellen verantwortlich.

Ein weiterer Faktor für den spontanen Verlust von Haaren in ungewöhnlich hoher Zahl ist psychischer Natur: Stress. Befindet sich der Betroffene in einer Phase anhaltenden und schweren beruflichen oder privaten Stresses, kann das einen Haarverlust zur Folge haben. In diesem Fall bessert sich die Situation oft spontan, wenn die auslösenden Umstände behoben werden und der Stress reduziert werden kann.

Am häufigsten ist jedoch der androgenetisch bedingte Haarausfall (=androgenetische Alopezie), der bereits in den Genen manifestiert ist. Ein Blick auf die Häupter der näheren Familienangehörigen kann hier aufschlussreich sein. In diesem Fall reagieren die Haarwurzeln überempfindlich auf das körpereigene Dihydrotestosteron, ein Abbauprodukt des männlichen Geschlechtshormons Testosteron. Lagert sich dieses vermehrt um die Haarwurzeln an, fallen sie zunächst in den Ruhezustand und reagieren dann mit einem Absterbeprozess. Allerdings gelten normalerweise nur die Haare des Oberkopfes als derart anfällig, die des Hinterkopfes und weiter unten an den Seiten sind oft nicht betroffen. Diesen Effekt macht man sich bei Haartransplantationen zunutze. Abzugrenzen ist diese Veränderung vom sogenannten kreisrunden Haarausfall (Alopecia areata), dessen Ursachen nach wie vor nicht bekannt sind.

Behandlungsmöglichkeiten


Grundsätzlich sind eine gesunde Ernährung, behutsame Haarpflege, Stressabbau und viel Bewegung, insbesondere an der frischen Luft, empfehlenswert. In vielen Fällen ist das jedoch leider nicht ausreichend, um dem Haarverlust Einhalt zu gebieten. Die Ansätze zur Behandlung von Haarausfall richten sich nach der Art der Erkrankung, aber auch nach den persönlichen Präferenzen. Im Falle von Mangelerscheinungen und schwereren Erkrankungen wie Schilddrüsenfehlfunktionen und Diabetes ist es lebenswichtig, diese schnell und angemessen zu behandeln. Die Haarprobleme stehen hier im Hintergrund, da sie sich nach einer erfolgreichen Genesung zumeist von selbst verflüchtigen. Dasselbe gilt für Pilzerkrankungen oder Infektionen.

Anders ist die Lage im Fall von androgenetischer Alopezie oder solcher, bei der die Ursache trotz aller Untersuchungen nicht geklärt werden kann. Einige Männer entscheiden sich in diesem Fall für eine Haartransplantation oder das Tragen eines Toupets. Beide Möglichkeiten haben ihre Vor- und Nachteile. Viele Männer lehnen dies jedoch ab und möchten den Haarverlust lieber aufhalten oder sogar teilweise rückgängig machen. An dieser Stelle allerdings finden Betroffene eine schier unüberblickbare Vielfalt diverser Methoden und Medikamente vor. Die meisten versprechen zwar eine große Wirkung, bleiben deren Nachweis jedoch häufig schuldig. Selbst renommierte Hautärzte bieten bisweilen außerordentlich teure, wissenschaftlich jedoch nicht auf ihre Wirksamkeit überprüfte Behandlungen an. Es gibt aber auch Alternativen, deren Effektivität belegt ist.

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Einige Anbieter haben spezielle Vitaminmischungen zusammengestellt, die mangelbedingten Haarwuchsstörungen entgegenwirken können. Zu diesen Kombinationspräparaten zählt beispielsweise Priorin. Diese sind insbesondere dann sinnvoll, wenn der Bedarf der entsprechenden Vitamine durch eine natürliche, gesunde Ernährung nicht mehr gedeckt werden kann. Das ist im Falle einiger Erkrankungen des Darms, Stoffwechselproblemen oder altersbedingt möglich.

Seit langem bewährt und auch von Stiftung Warentest als wirksames Medikament beurteilt sind Präparate, die auf dem Grundstoff Finasterid beruhen. Dessen Wirkung gegen Haarverlust beruht auf einer Hemmung der 5α-Reduktase, die hauptsächlich für den Abbau von Testosteron zu Dihydrotestosteron verantwortlich ist. Durch eine verminderte Einlagerung von 5α-Reduktase rund um die Haarwurzeln soll der Haarausfall gestoppt werden. Finasterid ist in verschiedenen Präparaten, beispielsweise Propecia oder Aindeem enthalten. Eine negative Wirkung auf den Testosteronhaushalt des Mannes steht üblicherweise nicht zu befürchten.

Eine weitere Methode mit hoher Wirksamkeitsquote besteht im Auftragen von Minoxidil direkt auf die Kopfhaut. Es ist beispielsweise Basis des Präparates Regaine. Seine Wirksamkeit ist in vielen Fällen gut belegt, in rund einem Drittel kann es sogar zu leichtem Haarneuwuchs kommen. Worauf dieser Effekt genau basiert, ist noch nicht abschließend geklärt, möglicherweise handelt es sich um eine verbesserte Hautdurchblutung, die zu einem vermehrten Abbau des Dihydrotestosterons in der Umgebung der Haarwurzeln führt.

Abschließend sei gesagt, dass jeder pharmazeutische Wirkstoff unter Umständen auch Nebenwirkungen haben kann. Deshalb sollte die Verwendung grundsätzlich mit einem Arzt abgeklärt werden, auch um Dosierung, Dauer der Anwendung und mögliche Wechselwirkung mit anderen Medikamenten zu besprechen.