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Häufig gestellte Fragen zu Prostatakrebs

Prostatakrebs ist die bei Männern am häufigsten auftretende Krebsart. Da ist es nur logisch, dass Sie hierüber gut informiert sein möchten. Wir haben daher einmal die am häufigsten gestellten Fragen (sowie die Antworten) zu Prostatakrebs zusammengetragen.

F: Ich merke, dass ich inkontinent werde – bedeutet dies, dass ich Prostatakrebs habe?

Wahre Inkontinenz, welche sich durch ein erschwertes Zurückhalten des Harndranges auszeichnet, ist kein eindeutiges Zeichen für Prostatakrebs. Andere Probleme beim Wasserlassen wie unzureichendes Abtropfen, Unterbrechungen beim Wasserlassen oder häufigerer Harndrang deuten hingegen mehr auf eine Prostatavergrößerung hin. Zwar kann dies die Folge von Prostatakrebs sein, in vielen Fällen handelt es sich jedoch um eine gutartige Prostatavergrößerung. Da die Prostata nahe der Harnröhre gelegen ist, kann diese in Folge einer Vergrößerung der Prostata eigeklemmt werden. Zudem kann den Problemen beim Wasserlassen eine Harnwegsinfektion zugrunde liegen. Probleme beim Wasserlassen erfordern daher eine genaue Bestimmung der Ursache.

F: Wird man von einer Prostatakrebsbehandlung inkontinent?

Wird die Prostata operativ entfernt oder durch Bestrahlung behandelt, kann dies zu einer Harninkontinenz führen. Einige Männer können nach einem derartigen Eingriff ihren Harndrang nur noch schwer oder überhaupt nicht mehr zurückhalten. Diese Erscheinung kann von vorübergehender oder dauerhafter Natur sein. Die Ausprägung der Beschwerden variiert dabei sowohl je nach Person als auch je nach Behandlungsart. So können bestimmte Formen der Behandlung mit weniger Folgen einhergehen als andere. Mehr Informationen hierüber erhalten Sie von Ihrem behandelnden Arzt.

F: Welche Folgen hat eine Prostatakrebsbehandlung für das Sexleben?

Eine Operation, Chemotherapie oder Bestrahlung der Prostata kann mit einer Schädigung der umliegenden Blutgefäße einhergehen. Dies kann zu Erektionsstörungen und anderen sexuellen Problemen führen wie:

  1. Impotenz;
  2. Trockene Orgasmen (hierbei wird weniger oder kein Ejakulat freigesetzt);
  3. Verändertes Gefühl beim Erlangen des Orgasmus’;
  4. Ungewollter Urinverlust während des Geschlechtsverkehrs;
  5. Verringerte Menge an Ejakulat (trockener Orgasmus);
  6. Schmerzhafte Orgasmen;
  7. Verringertes sexuelles Verlangen.

Auch hier gilt, dass die Beschwerden je nach Umstand variieren können. Die Auswirkungen einer Behandlung sind unter anderem abhängig von der Art des Eingriffes sowie der Lokalität und Größe des Tumors. In einigen Fällen sind die Folgen irreparabel, in anderen vergehen diese nach einiger Zeit von selbst. Zur Behandlung eventueller Erektionsstörungen können Medikamente genutzt werden, mit denen Geschlechtsverkehr in einer Vielzahl der Fälle weiterhin möglich ist.

F: Ist Prostatakrebs erblich?

Eine Vererbung spielt eine große Rolle für das Erkranken an Prostatakrebs. In einigen Familien kommt diese Erkrankung häufiger vor als in anderen. Bei etwa fünf bis zehn Prozent der Fälle wird von einer erblichen Veranlagung ausgegangen. Sind mehrere Männer einer Familie an Prostatakrebs erkrankt, besteht die Möglichkeit eine Erblichkeitsuntersuchung durchführen zu lassen. Ergibt sich hieraus, dass Sie ein erhöhtes Risiko für Prostatakrebs haben, können Sie jährlich Ihr Blut auf den PSA-Wert hin untersuchen lassen. Bei PSA handelt es sich um ein Eiweiß, welches ausschließlich von der Prostata produziert wird. Dieser Stoff ist ein guter Indikator für die Entwicklung von Prostatakrebs. Durch die regelmäßige Kontrolle kann ein eventuell vorliegender Prostatatumor leicht erkannt und behandelt werden. Die Chance auf Heilung wird hierdurch erhöht.

F: Kann man Prostatakrebs verhindern?

Die Ursachen von Prostatakrebs sind noch nicht hinreichend geklärt, weshalb auch eventuelle Vorbeugungsmaßnahmen noch unbekannt sind. Einer amerikanischen Studie zufolge tragen regelmäßige Orgasmen zur Senkung des Prostatakrebsrisikos bei, denn auf diese Weise werden bestimmte Abfallstoffe mit dem Sperma aus dem Körper gedrängt, wodurch die Entstehung von Krebszellen in der Prostata gehemmt wird. Urologe Gert Dohle von der medizinischen Fakultät der Erasmus Universität in Rotterdam (Erasmus MC) glaubt jedoch nicht daran, dass das “Durchspülen der Leitungen” etwas nützt, denn dies ist bisher auch nicht belegt. Bekannt ist jedoch, dass ein gesunder Lebensstil dabei helfen kann, einer Vielzahl von Krebsarten entgegenzuwirken. Eine gesunde Ernährung, viel Bewegung und der Verzicht auf Tabak- und Alkoholkonsum sind dabei entscheidend.

F: Wo finde ich Leidensgenossen?

Viele Betroffene von Prostatakrebs haben das Bedürfnis sich mit anderen Leidensgenossen über Erfahrungen, Emotionen und hilfreiche Tipps auszutauschen. Im Internet finden sich diverse Foren wie das Prostatakrebs Diskussionsforum oder das Forum auf myprostate.eu,  denen man sich anschließen kann. Bevorzugen Sie den persönlichen Kontakt, dann lassen Sie sich von Ihrem Hausarzt oder einem Spezialisten beraten. Dieser kann Sie gegebenenfalls an eine Gesprächsrunde oder andere Selbsthilfegruppen in Ihrer Nähe vermitteln.