Erektionsprobleme

Erektionsprobleme: Definition und Abgrenzung

Wenn unter Laien der Begriff "Impotenz" verwendet wird, sind damit meistens Erektionsstörungen gemeint. Der medizinisch korrekte Terminus für solche Erektionsprobleme lautet "erektile Dysfunktion". Dieses Krankheitsbild, das durch eine Einschränkung oder einen Verlust der Erektionsfähigkeit gekennzeichnet ist, wird damit von anderen Störungen aus dem Bereich der Sexualität klar abgegrenzt, wie beispielsweise einem generell verminderten Interesse an Sexualität, wie es unter anderem als Folge von Depressionen auftreten kann. Auch Störungen wie vorzeitige Samenergüsse ("Ejaculatio praecox"), ein Ausbleiben des Orgasmus trotz Erektion ("Anorgasmie") oder die Unfähigkeit, einen Samenerguss zu bekommen ("Aspermie"), werden von den eigentlichen Erektionsproblemen abgegrenzt [1].

Die normale Erektion und Gründe für Erektionsprobleme

Auf beiden Seiten des Penis befinden sich Schwellkörper, die aus einem fein verzweigten Netz von Gefäßen bestehen und hart werden, wenn sie sich mit Blut füllen. Der Flüssigkeitseinstrom in den Penis wird jedoch durch die Muskulatur in der Wand dieser Adern reguliert, sodass der Penis bei sexuell nicht erregten Männern normalerweise schlaff bleibt. Wenn der Mann sexuell erregt wird, kommt es zur Ausschüttung des Botenstoffes Stickstoffmonoxid aus den Nerven im Penis ins Blut. Dieser Botenstoff führt wiederum in den Gefäßen des Penis zur Bildung des sogenannten "zweiten Botenstoffes" cGMP, der zu einer Erschlaffung der Gefäßmuskeln und damit zum Bluteinstrom in den Penis führt. Wenn diese Mechanismen versagen, kann eine Erektionsstörung die Folge sein. Die häufigsten Gründe für Impotenz sind Krankheiten, die das gesamte Blutgefäßsystem betreffen, wie beispielsweise die Zuckerkrankheit ("Diabetes mellitus"), Bluthochdruck ("arterielle Hypertonie") und Gefäßverkalkung ("Arteriosklerose"). Auch Schädigungen der Nerven im Rahmen einer sogenannten "Polyneuropathie" oder nach Operationen - insbesondere nach der radikalen Entfernung der Prostata bei einer Krebserkrankung - können zu einer erektilen Dysfunktion führen. Ein seltener Grund für Erektionsstörungen ist exzessives Radfahren. Durch eine falsche Einstellung des Sattels können die Adern des Penis abgedrückt werden. Dieses Problem tritt allerdings normalerweise erst nach jahrelangem, intensiv betriebenem Radsport auf.[2]

Wo findet man Rat bei Erektionsproblemen?

Erektionsstörungen sind ein häufiges, für die Gesundheit von Männern bedeutsames Krankheitsbild. Für viele Männer ist es nicht leicht, Erektionsprobleme, die oft nicht zu dem Bild passen, das sie von sich selbst haben, in einer Unterhaltung mit ihrem Arzt offen anzusprechen. Das Internet ist daher inzwischen zu einer immer öfter genutzten Informationsquelle für Männer geworden, die eine Beratung zu diesem Thema und Informationen über Medikamente wie Viagra oder Cialis suchen. Ein Internet-Ratgeber zum Thema erektile Dysfunktion kann zwar für Betroffene sehr hilfreich sein, er kann aber auf keinen Fall den Besuch beim Arzt ersetzen. Wie oben erwähnt, kann die Impotenz die Folge einer Krankheit wie z. B. Hypertonie sein. Diese kann in den meisten Fällen gut behandelt werden, unbehandelt aber unter Umständen schwere Folgen haben. Die wichtigste Anlaufstelle für Männer, die unter Erektionsproblemen leiden, ist und bleibt daher ihre Hausarzt. Ängste vor einem solchen Gespräch mit dem Arzt sind völlig unbegründet, denn Erektionsstörungen bei Herren jeden Alters sind für den Arzt ein alltägliches Problem, mit dem er professionell umgehen wird.

Was kann oder sollte bei Erektionsproblemen untersucht werden?

Da eine erfüllte Sexualität ein wichtiger Faktor für die Gesundheit von Männern ist, bereitet eine erektile Dysfunktion ihnen häufig große Sorgen. Wenn es nur gelegentlich zu Erektionsstörungen kommt und ein Auslöser identifiziert werden kann, beispielsweise Beziehungs- oder Prüfungsstress, übermäßiger Alkoholkonsum oder eine Erkältung, besteht meistens kein Grund zur Sorge. Dauerhaft bestehende Erektionsprobleme sollten jedoch immer Anlass für eine gründliche Untersuchung sein, bei der nach Hinweisen auf eine Zuckerkrankheit, auf Bluthochdruck, Herz-, Gefäß- und Nervenkrankheiten gefahndet wird. Der erste Schritt zur Diagnosestellung ist jedoch stets ein ausführliches Gespräch mit dem Patienten, durch das der Arzt bereits wichtige Anhaltspunkte zu den Gründen für die Impotenz erhalten kann: Seit wann besteht die Impotenz? Kann der Patient beim Geschlechtsverkehr nie eine Erektion erlangen oder nur manchmal nicht? Gibt es andere Situationen, in denen es zu einer Erektion kommt (z. B. morgens nach dem Aufwachen)? Eine körperliche Untersuchung, unter Umständen kombiniert mit einer Ultraschalluntersuchung, schließt die erste Diagnostik ab. Diese wird normalerweise der Hausarzt durchführen.[3] Wenn keine schwerwiegenden Ursachen gefunden wurden, kann versucht werden, das Problem mit einem Medikament (normalerweise eines der Medikamente aus der Gruppe der sogenannten Phosphodiesterase-Hemmer, wie Viagra oder Cialis, siehe weiter unten) zu behandeln. Nur wenn sich damit kein Erfolg einstellt, ist eine weitere fachärztliche Untersuchung erforderlich, wofür der Patient normalerweise zu einem Urologen überwiesen wird. Diesem steht eine Reihe von aufwendigeren Untersuchungsverfahren zur Verfügung, mit denen die Ursachen der erektilen Dysfunktion näher eingegrenzt werden kann. So kann mit einem Gerät die Penissteifigkeit während des Nachtschlafes gemessen, die elektrischen Signale der Nerven und Muskeln aus dem Penis können sichtbar gemacht und die Durchgängigkeit der Arterien und Venen im Penis kann überprüft werden.[4]

Welche Hilfe gibt es?

Wenn die Erektionsstörungen die Folge einer körperlichen Erkrankung sind, kann eine Behandlung dieser Krankheit auch die Impotenz beseitigen. Bei einer seelisch bedingten Erektionsstörung kann eine Psychotherapie helfen. Bei einer stressbedingten erektilen Dysfunktion können unter Umständen durch Spiele, Entspannungsübungen oder eine regelmäßige körperliche Betätigung gelernt werden, wieder eine normale Erektion zu erlangen. Am häufigsten werden Erektionsstörungen heutzutage allerdings mit Medikamenten aus der Klasse der Phosphodiesterase-Hemmer wie z. B. Viagra oder Cialis behandelt, die bereits Abertausenden von Paaren wieder zu einem erfüllten Sexualleben verholfen haben. Diese Medikamente wirken, indem sie den Abbau des die Erektion auslösenden Botenstoffes cGMP hemmen. Dadurch kann es als Antwort auf eine sexuelle Stimulation wieder zu einer ausreichenden Gefäßerweiterung im Penis und damit zu einer Erektion kommen. Ohne sexuelle Stimulation führen diese Medikamente nicht zu einer Erektion. Inzwischen kann der Patient unter verschiedenen Präparaten wählen, die sich vor allem in der Dauer bis zum Wirkungseintritt und in der Wirkungsdauer unterscheiden. Alle diese Medikamente konnten in kontrollierten Studien zeigen, dass sie die Erektionsfähigkeit und die sexuelle Zufriedenheit von betroffenen Männern verbessern. Wenn aufgrund einer schwerwiegenderen Nervenschädigung auch mit Phosphodiesterase-Hemmern keine Erektion mehr möglich ist, stehen Präparate mit dem Wirkstoff Alprostadil zur Verfügung. Dieser Wirkstoff führt, nachdem er entweder mit einer Nadel direkt in den Schwellkörper gespritzt oder als Gel in die Harnröhre eingebracht wurde, zu einer Erektion, die auch dann auftritt, wenn der Mann nicht erregt ist oder aufgrund einer Nervenschädigung keine Erektion bekommen kann. Die Verschreibung dieser Medikamente und die Einweisung in ihrer Anwendung ist auch über eine ärztliche Online-Konsultation möglich.

Quellen

[1] de.Wikipedia Erektile Dysfunktion

[2] Medizininfo.de Diabetes Spaetfolgen Erektion

[3] Internisten-im.de Untersuchungen-diagnose

[4] Sigmaaldrich.com