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Chloroquin, Plaquenil, Virushemmer und andere mögliche Corona-Medikamente

Während sich das Coronavirus weiter ausbreitet, suchen Mediziner und Forscher mit Hochdruck ein Medikament gegen die Coronavirus-Erkrankung. Vor einigen Wochen veröffentlichte die Universität Löwen (Belgien) einen Artikel über eine mögliche Arznei gegen COVID-19: das altbekannte Malariamittel Chloroquin könnte gegen die Symptome des Virus wirken. Ebenfalls vielversprechend sind Plaquenil (ein Rheuma-Medikament) und verschiedene Virushemmer. Erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Coronavirus-Erkrankung behandelt werden könnte. Doch wie weit sind wir wirklich mit einem Mittel gegen das Coronavirus?

Wann gibt es den Corona-Impfstoff?

Die Welt wartet sehnsüchtig auf einen Impfstoff gegen das Coronavirus. Schließlich wäre das die wirksamste Methode, um weiteren Infektionen vorzubeugen. Darum arbeiten rund 35 Entwickler von Pharmaunternehmen und Hochschulen weltweit mit ganzem Einsatz daran und haben u. a. Pharmagrößen wie Pfizer und BioNTech ihre Kräfte gebündelt. Doch wenn auch Entwicklungen im Eiltempo voranschreiten: Ein erster Impfstoff wird erst in 18 Monaten erwartet. Wer sich bis dahin nicht anstecken will, muss sich an die geltenden Regeln (z. B. Kontaktverbot) und die allgemeinen Empfehlungen (Husten in die Armbeuge, häufiges Händewaschen) halten.

Wirkt Chloroquin wirklich gegen die Corona-Erkrankung?

Ursprünglich ist Chloroquin ein Malariamittel. Der Wirkstoff tötet Malariaparasiten ab und wirkt entzündungshemmend. Das Coronavirus kann Chloroquin nicht abtöten; es ist also kein Arzneimittel gegen COVID-19. Dass es möglicherweise gut gegen die Symptome dieser Krankheit wirkt, darauf deuten experimentelle Tests in u. a. Wuhan hin: Nachdem Coronapatienten eine Woche lang Chloroquin verabreicht wurde, genasen sie schneller. Da die Patientengruppe jedoch sehr klein war, sind die Ergebnisse nicht zuverlässig. Entsprechend verlautbarte die WHO am 20. Februar, die Wirksamkeit von Chloroquin gegen COVID-19 sei (zu dem Zeitpunkt) nicht offiziell nachgewiesen.

Zuvor hatten Forscher zwar bereits festgestellt, dass Chloroquin gegen das SARS-Virus wirkt. Um aber die Wirksamkeit und Sicherheit von Chloroquin als Medikament gegen COVID-19 festzustellen, sind weitere Tests erforderlich. In den Labors wird derzeit mit Hochdruck experimentiert, doch das Mittel muss auch umfassend und nach offiziellen Richtlinien an Menschen erprobt werden. Und das braucht Zeit.

Obwohl Chloroquin das erste Mittel ist, das gegen COVID-19 zu wirken scheint, ist seine therapeutische Wirksamkeit noch nicht klinisch bewiesen. Derzeit wird das Medikament nur gelegentlich und bei schwersten Fällen als experimentelle Behandlungsmethode eingesetzt. Bei milden Krankheitsverläufen ist Chloroquin nicht vorgesehen. Auch über die teils schwerwiegenden Nebenwirkungen des Mittels herrscht noch Undeutlichkeit. Darüber hinaus ist Chloroquin nicht für jedermann geeignet und darum nur auf Rezept erhältlich.

Könnte Plaquenil gegen COVID-19 helfen?

Plaquenil enthält Hydroxychloroquin, das mit dem Wirkstoff Chloroquin verwandt ist. Auch dieses Medikament ist offiziell ein Malariamittel, wird aber gelegentlich auch bei Q-Fieber verschrieben. Dank seiner entzündungshemmenden Eigenschaften wird Plaquenil zudem bei rheumatischen Erkrankungen eingesetzt. Für Plaquenil gilt dasselbe wie für Chloroquin: Es ist kein Medikament gegen die Coronavirus-Erkrankung. Tests müssen zeigen, ob Plaquenil auch gegen COVID-19 helfen könnte.

Wirken Virushemmer gegen COVID-19?

An sich ein logischer Gedanke: Da COVID-19 von einem Virus verursacht wird, könnte ein antivirales Mittel vielleicht die Lösung sein. Und tatsächlich werden auch Virushemmer umfassend getestet.

Derzeit scheint Remdesivir im Kampf gegen das Coronavirus am aussichtsreichsten. Das Mittel wirkt (zumindest bei Tieren) u. a. gegen das MERS-Virus und wird nun auch als experimentelle Arznei gegen COVID-19 eingesetzt. Als antivirales Mittel verlangsamt Remdesivir die Vermehrung des Virus. Dadurch kommt es zu weniger bzw. weniger schweren Beschwerden. Es ist auch nicht ausgeschlossen, dass Remdesivir Corona-Infektionen vorbeugt. In diesem Fall könnte man z. B. das medizinische Personal bei der Betreuung von Coronapatienten besser schützen. Vorläufig wird Remdesivir nur bei schwer erkrankten Patienten im Krankenhaus eingesetzt.

Auch das Kombinationspräparat Lopinavir/Ritonavir scheint vielversprechend. Es handelt sich dabei um antivirale Mittel, die erfolgreich als HIV-Hemmer eingesetzt werden. Auch haben sie sich bei Tierversuchen als wirksam gegen die Corona-Varianten MERS und SARS erwiesen. Ob das Medikament sich auch gegen COVID-19 bewährt, soll nun untersucht werden. Bis dahin ist Lopinavir/Ritonavir weiterhin ausschließlich als verschreibungspflichtiges HIV-Medikament erhältlich.

Vorläufig kein offizielles Medikament gegen die Corona-Erkrankung

Obwohl es also einen Hoffnungsstrahl am Horizont gibt, ist ein offizielles Medikament gegen COVID-19 noch nicht in Sicht. Auch ein Mittel zur Vorbeugung von Ansteckungen ist noch nicht auf dem Markt. Zum Glück treten bei den meisten Corona-Infektionen nur milde grippeähnliche Beschwerden auf, die sich problemlos mit Schmerzmitteln wie Paracetamol sowie mit Nasenspray und Hustensaft bekämpfen lassen.

Gefährlich ist COVID-19 jedoch für Risikogruppen wie ältere Menschen und Diabetes- bzw. Herz-Kreislauf-Patienten. Wenn Sie die geltenden Regeln und behördlichen Empfehlungen befolgen, können Sie sich und Ihre Umgebung ein Stück weit vor Ansteckung schützen.

Wie weiß ich, ob ich mich mit dem Coronavirus angesteckt habe?

Corona-Infektionen werden mit speziellen Tests nachgewiesen, von denen es jedoch weltweit zu wenig gibt. In mehreren Ländern Europas sind allerdings „normale“ Virustests erhältlich. Damit können Sie feststellen, ob Ihr Körper gegen ein Virus kämpft. Es wird dabei jedoch nicht spezifisch auf das Coronavirus getestet. Daher wird empfohlen, sich bei einem positiven Ergebnis an die Richtlinien der Gesundheitsbehörden zu halten, besonders bei Beschwerden, die auf COVID-19 hinweisen.

Bei COVID-19 treten die folgenden Symptome auf:

  • Erkältungsbeschwerden (Niesen, Husten, Kopfschmerzen, Halsschmerzen);
  • Fieber;
  • Atemnot oder Kurzatmigkeit.

Meistens sind die Symptome einer Corona-Infektion mild. Wenden Sie sich jedoch an einen Arzt, wenn Sie hohes Fieber (über 38 Grad) und Atembeschwerden haben.

Passen Sie gut auf sich auf – und auf die Menschen um Sie herum!

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Quellenangaben

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Wat is het behandelplan als iemand positief getest is op het coronavirus? [Wie sieht der Behandlungsplan aus, wenn jemand positiv auf das Coronavirus getestet wurde?] (2020, 09. März). Verfügbar unter https://www.rtlnieuws.nl/nieuws/nederland/artikel/5049572/coronavirus-behandeling-plan-methode-medicatie-rivm-ggd-artsen [19. März 2020]