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Remdesivir als Medikament gegen das Coronavirus

Remdesivir ist ein antivirales Medikament. Neu ist es nicht: Es wurde bereits 2016 vom Pharmaunternehmen Gilead als mögliches Mittel gegen Ebola und das Marburg-Virus entwickelt. Labortests machten zudem Hoffnung, dass es gegen SARS-ähnliche Viren eingesetzt werden könnte. Und nun stellt sich heraus, dass dieser Virushemmer auch bei schweren COVID-19-Verläufen gut wirkt. Daher wurde Remdesivir in Amerika und Europa offiziell als Corona-Mittel zugelassen.

Wie wirkt Remdesivir? 

Kurz gesagt ahmt Remdesivir einen Teil des genetischen Materials des Virus nach. Mit diesem Stück „gefälschter“ DNA kann das Virus sein eigenes genetisches Material nicht mehr kopieren. Dadurch wird die Produktion neuer Viruspartikel im Körper gehemmt. Die Folge: COVID-19-Patienten genesen schneller und können eher aus dem Krankenhaus entlassen werden.  

Wann wird Remdesivir eingesetzt?    

Derzeit ist Remdesivir nur für schwer erkrankte, hospitalisierte COVID-19-Patienten vorgesehen, die auf zusätzliche Sauerstoffzufuhr angewiesen sind. Das Medikament wird auch nicht etwa in Tablettenform verabreicht, sondern über eine Infusion direkt in den Blutkreislauf befördert. Die Zurückhaltung beim Einsatz von Remdesivir lässt sich jedoch auch damit erklären, dass die Nebenwirkungen noch nicht ausreichend erfasst wurden. 

Welche Nebenwirkungen hat Remdesivir? 

Remdesivir ist noch nicht lange auf dem Markt; entsprechend wenig weiß man über die Nebenwirkungen. Und da es sich bei COVID-19 um eine relativ neue Erkrankung handelt, ist nicht immer deutlich, ob bestimmte Krankheitserscheinungen von der Krankheit selbst oder vom Medikament verursacht werden. 

Bisher werden Remdesivir folgende Nebenwirkungen zugeschreiben: 

  • erhöhte Leberwerte 
  • Hautausschlag 
  • Kopfschmerzen 
  • Übelkeit 
  • Überempfindlichkeitsreaktionen 

Ärzte beobachten genau, wie Remdesivir bei den Patienten wirkt. Je mehr Erfahrung mit dem Medikament und dem Verlauf von COVID-19 gesammelt wird, desto präziser kann die Liste mit Nebenwirkungen angepasst werden. 

Welche anderen Corona-Medikamente gibt es? 

Remdesivir gehört zwar zu den wichtigsten Corona-Medikamenten, es ist jedoch nicht das einzige. Während der „ersten Welle“ wurden beispielsweise die Malariamittel Hydroxychloroquin und Chloroquin eingesetzt. Aufgrund uneinheitlicher Ergebnisse verwendet man diese Medikamente bei COVID-19 mittlerweile weniger häufig. Blutverdünner hingegen scheinen den Patienten oft zu helfen. 

Auch Dexamethason wird verschrieben, ein starkes Corticosteroid, das Entzündungsreaktionen unterdrückt. Eingesetzt wird es – oft zusammen mit Remdesivir – bei fast allen schwer erkrankten COVID-19-Patienten, die zusätzlichen Sauerstoff benötigen, so Leon van den Toorn, Lungenarzt am Rotterdamer Universitätsklinikum Erasmus MC. 

Nahrungsergänzungsmittel im Kampf gegen Corona 

Zuweilen hört man auch, dass Nahrungsergänzungsmittel im Kampf gegen das Coronavirus eine Rolle spielen könnten. In diesem Zusammenhang werden Produkte mit Zink, Melatonin und Vitamin D erwähnt – Stoffe, die auf den ersten Blick nichts mit COVID-19 zu tun haben, aber für ihre positive Wirkung auf das Immunsystem bekannt sind. Ein starkes Immunsystem ist nämlich immer noch die beste Waffe im Kampf gegen das Coronavirus. 

Wo bleibt der Corona-Impfstoff? 

Seit Monaten wartet alle Welt auf den Impfstoff. Doch natürlich kostet die Entwicklung eines sicheren und wirksamen Präparats viel Zeit. Normalerweise dauert es mindestens fünf bis zehn Jahre, bis ein Impfstoff auf den Markt kommt. Für den Corona-Impfstoff wird dieser Weg verkürzt, wo immer es geht. Derzeit befinden sich mehrere Impfstoffe in der letzten Testphase. 

Immer wieder heißt es, dass Ende 2020 ein Impfstoff gegen das Coronavirus zur Verfügung stehen könnte. Dies erhöht den Druck auf die Pharmaunternehmen erheblich. Wissenschaftler jedoch warnen vor zu viel Eile: Ohne ausreichende Tests könne ein Impfstoff mehr schaden als nützen. Daher käme der Impfstoff gegebenenfalls auch erst 2021 oder noch später auf den Markt. 

Vorbeugen – aber wie? 

Solange es noch keinen Impfstoff gibt, gilt weiterhin: AHA+L: Abstand halten, regelmäßiges HändewaschenAlltagsmaske tragen und häufig lüften.  

Und mit einem fitten Immunsystem verringern Sie das Risiko einer Corona-Infektion um ein Weiteres. Gesunde Ernährung, ausreichend Schlaf und regelmäßige Bewegung (am besten im Freien) sorgen für optimale Widerstandskraft. Dadurch hat das Virus weniger Angriffsmöglichkeiten. 

Was tun bei Corona-Symptomen? 

Wenn Sie doch Symptome feststellen, die auf eine Corona-Infektion hinweisen könnten – z. B. Husten, plötzlicher Geschmacks- oder Geruchsverlust, Erkältung oder Fieber – sollten Sie sich testen lassen. Das geht beispielsweise mit Selbsttests, beim Hausarzt oder auf einer Teststraße. Selbstverständlich bleiben Sie in häuslicher Quarantäne, bis das Testergebnis vorliegt, bzw. (bei einer Ansteckung) bis zur vollständigen Genesung. 

Bei ernsten Symptomen wie hohem Fieber oder Atemnot wenden Sie sich an einen Arzt oder eine Ärztin. Dies gilt auch, wenn Sie zu einer Risikogruppe, gehören und mit schweren Krankheitsverläufen zu rechnen ist (z. B. bei Herzproblemen oder Übergewicht). 

COVID-19 selbst behandeln 

Haben Sie sich mit dem Coronavirus infiziert? Glücklicherweise verlaufen COVID-19-Erkrankungen oft eher unproblematisch. In den weitaus meisten Fällen sind die Symptome mild und ähneln z. B. einer leichten Erkältung oder Grippe. In diesem Fall genügen Schmerzmittel (beispielsweise Paracetamol), sowie bei Bedarf Nasensprays, Halstabletten und Hustensaft. Wenn Sie derzeit nur ungern Geschäfte und Apotheken betreten, können Sie diese freiverkäuflichen Produkte auch online bestellen. Auch hier gilt: Wenden Sie sich an einen Arzt oder eine Ärztin, wenn Sie unter starken Beschwerden leiden. 

Ihre Gesundheit in Ihrer Hand. 

Über Dokteronline.com

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Dieser Artikel dient lediglich der Information. Dokteronline.com berät Sie in keiner Weise über Corona-Maßnahmen oder deren Einhaltung. Befolgen Sie jederzeit die behördlichen Vorgaben.