
- Akne
Neue Entwicklungen in der Aknebehandlung: Was sagt die Wissenschaft?
Verfasst von: Redaktion
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Akne zählt zu den häufigsten Hauterkrankungen und tritt vor allem während der Pubertät auf, kann jedoch auch Erwachsene langfristig betreffen. Viele Betroffene suchen nach neuen Lösungen, wie beispielsweise Lichttherapie oder innovativen Behandlungsmethoden. Doch was bedeutet dies in der Praxis? Verändert sich tatsächlich etwas an den Standardtherapien? In diesem Artikel geben wir einen Überblick über die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Aknebehandlung. Zudem erläutern wir, welche Empfehlungen in den Leitlinien zu finden sind und welche Veränderungen in der Praxis am wahrscheinlichsten umgesetzt werden.
Akne (Akne vulgaris) ist eine entzündliche Erkrankung der Talgdrüsen und Haarfollikel. Sie tritt häufig an Körperstellen auf, die eine hohe Dichte an Talgdrüsen aufweisen, wie das Gesicht, die Brust und der Rücken.
Akne kann in unterschiedlichen Formen auftreten. Diese Aknearten unterscheiden sich in ihrer Schwere und ihrem Erscheinungsbild, beispielsweise:
- Mitesser (Komedonen)
- rote Knötchen (Papeln)
- Eiterpickel (Pusteln)
- schmerzhafte, unter der Haut liegende Entzündungen (Knoten oder Zysten)
Die Schwere der Akne variiert individuell. Während sie bei manchen mild und vorübergehend bleibt, können bei anderen Narben oder langanhaltende Beschwerden entstehen.
Wie entsteht Akne (und warum kehrt sie manchmal zurück)?
Akne entsteht in der Regel durch eine Kombination verschiedener Faktoren, darunter:
- erhöhte Talgproduktion
- Verstopfung der Poren durch die Ansammlung abgestorbener Hautzellen
- Entzündungsreaktionen in der Haut
- bakterielle Beteiligung (insbesondere Cutibacterium acnes, früher Propionibacterium acnes)
- hormonelle Schwankungen (z. B. während der Pubertät, des Menstruationszyklus oder bei PCOS)
Auch Lebensstil und Umweltfaktoren können eine Rolle spielen. Dazu zählen Stress, bestimmte Kosmetika, Reibung (z. B. durch Masken oder Helme) sowie die Verwendung fettiger Hautpflegeprodukte. Bei einigen Menschen scheint auch die Ernährung einen Einfluss zu haben, etwa der Konsum von vielen schnellen Kohlenhydraten (wie zuckerhaltigen Snacks und Softdrinks). Ebenso können Rauchen und Alkohol die Haut aus dem Gleichgewicht bringen und Akne verschlimmern. Die Auswirkungen sind jedoch individuell unterschiedlich.
Was sagen Richtlinien über die Aknebehandlung?
Richtlinien (wie der NHG-Standard Akne und dermatologische Leitlinien) betonen, dass Akne in der Regel gut behandelbar ist. Es ist jedoch von großer Bedeutung, die Behandlung individuell abzustimmen auf:
- den Aknetyp (Mitesser vs. Entzündungen)
- den Schweregrad (mild, moderat, schwer)
- das Risiko von Narbenbildung
- sowie die Auswirkungen auf das tägliche Leben (z. B. Selbstbild und Lebensqualität)
In der Praxis setzt sich die Aknebehandlung häufig aus einer Kombination folgender Ansätze zusammen:
- lokale Mittel (wie Benzoylperoxid, Azelainsäure oder ein Retinoid)
- Antibiotika (lokal oder oral, meist vorübergehend und gezielt)
- systemische Mittel bei schwerer Akne (wie Isotretinoin)
- ergänzende Hautpflege und Verhaltensberatung
Internationale Leitlinien, wie jene der American Academy of Dermatology (AAD), bestätigen, dass bewährte Behandlungen wie Benzoylperoxid, topische Retinoide und Kombinationstherapien eine wesentliche Grundlage darstellen. Ebenso wird hervorgehoben, dass orale Antibiotika mit Bedacht eingesetzt werden sollten und dass orales Isotretinoin eine zentrale Rolle bei schwerer Akne oder Akne, die nicht ausreichend auf Standardbehandlungen anspricht, spielt.
Ein Überblick über internationale Leitlinien zeigt, dass die Empfehlungen in Details variieren können, die grundlegenden Prinzipien jedoch überall gleich bleiben: mit einer lokalen Behandlung beginnen und Antibiotika sorgfältig einsetzen.
Neue Entwicklungen in der Aknebehandlung: Was ändert sich wirklich?
Neue Entwicklungen in der Aknebehandlung konzentrieren sich im Wesentlichen auf drei Aspekte:
- Entzündungen reduzieren
- bakterielle Aktivität beeinflussen
- sowie die Talgproduktion und Verstopfungen bekämpfen, mit möglichst wenigen Nebenwirkungen
Nachfolgend sind Entwicklungen aufgeführt, die in den letzten Jahren viel Aufmerksamkeit erhalten haben.
1) Lichttherapie (wie LED): vielversprechend, aber noch kein Standard
Lichttherapie wird häufig als eine moderne und schonende ergänzende Behandlungsmethode erwähnt. Die dahinterstehende Idee ist, dass Licht (zum Beispiel LED) folgende Prozesse beeinflussen kann:
- Entzündungsreaktionen in der Haut
- Regenerationsprozesse in der Haut
- möglicherweise auch die Aktivität der Talgdrüsen
Einige Studien zeigen Verbesserungen bei leichter bis mittelschwerer Akne, insbesondere wenn verschiedene Lichtwellenlängen kombiniert werden. Gleichzeitig bleiben die wissenschaftlichen Belege uneinheitlich, da:
- die Untersuchungsmethoden variieren
- die Behandlungsprotokolle unterschiedlich sind (Häufigkeit, Intensität, Dauer)
- die Ergebnisse nicht immer leicht vergleichbar sind
Internationale Leitlinien setzen daher weiterhin vor allem auf bewährte Behandlungsoptionen. Licht- und Laserbehandlungen nehmen vorerst nur einen begrenzten Platz in der Standardversorgung ein.
In der Praxis bedeutet dies, dass Lichttherapie keine Alternative zu etablierten Medikamenten darstellt, jedoch in spezifischen Situationen als ergänzende Option in Betracht gezogen werden kann, beispielsweise wenn Patient:innen Medikamente lieber vermeiden möchten oder empfindlich auf Nebenwirkungen reagieren.
2) Mehr Fokus auf einen verantwortungsvollen Einsatz von Antibiotika
Eine bedeutende Entwicklung im Gesundheitswesen ist die zunehmende Sensibilisierung für Antibiotikaresistenzen. Antibiotika können bei Akne weiterhin eingesetzt werden, insbesondere bei mittelschwerer bis schwer entzündlicher Akne, jedoch meist unter klar definierten Bedingungen. Die Empfehlungen lauten häufig, Antibiotika:
- nur vorübergehend einzusetzen (nicht länger als nötig)
- nicht als alleinige Behandlung zu verwenden
- in Kombination mit anderen Mitteln wie Benzoylperoxid einzusetzen, um die Wirkung zu unterstützen und Resistenzen zu begrenzen
Dies stellt zwar kein neues Medikament dar, jedoch eine Weiterentwicklung im Behandlungsansatz: Der Fokus liegt stärker auf einem gezielten Einsatz und einem klaren Plan für die anschließende Therapie. In der Praxis werden Antibiotika häufiger für einen begrenzten Zeitraum verschrieben, verbunden mit einem festgelegten Evaluationszeitpunkt. Bleibt die gewünschte Wirkung aus, wird frühzeitig eine alternative Behandlungsstrategie gewählt. Zudem gewinnt die Erhaltungstherapie zunehmend an Bedeutung, um Rückfälle zu vermeiden
3) Behandlung nach Maß: Hauttyp, Alter und Auslöser spielen eine größere Rolle
Akne ist nicht bei jeder Person gleich. Daher wird in der medizinischen Versorgung zunehmend Wert auf eine Behandlung gelegt, die auf den Aknetyp und die individuelle Situation abgestimmt ist. Dabei wird beispielsweise häufiger Rücksicht genommen auf:
- das Alter (Pubertätsakne vs. Akne bei Erwachsenen)
- die Art der Akne (Mitesser, Entzündungen, unterirdische Pickel)
- die Empfindlichkeit der Haut (schnelle Rötung, Trockenheit oder Reizung)
- das Risiko von Narben oder Pigmentflecken nach Entzündungen
- mögliche Auslöser wie Stress, Reibung oder Kosmetika
Dies stellt keine völlig neue Behandlungsform dar, jedoch eine deutliche Veränderung in der Herangehensweise: Es wird häufiger ein Plan gewählt, der langfristig gut umsetzbar ist. In der Praxis bedeutet dies, dass Mittel in der Regel langsamer eingeführt werden, Kombinationen besser auf die Haut abgestimmt werden und mehr Wert auf Hautpflege und Erhaltung gelegt wird, um Rückfälle zu vermeiden.
4) Kosmetika und Hautpflege: weniger Mythen, mehr Nuancen
Viele Menschen glauben, dass Make-up Akne immer verschlimmert. Tatsächlich hängt dies jedoch vor allem vom Produkt und dessen Anwendung ab. Nicht-komedogene Make-up-Produkte können oft problemlos verwendet werden, sofern:
- die Haut am Ende des Tages gründlich gereinigt wird
- die Produkte nicht zu fettig oder stark okklusiv sind
- keine aggressiven Peelings oder scharfen Reinigungsmittel verwendet werden
Eine zu strenge Routine (häufiges Reinigen, Peelen, austrocknende Produkte) kann Akne sogar verschlimmern, da die Haut gereizt wird und die Hautbarriere gestört wird.
In der Praxis wird daher mehr Wert auf sanfte Hautpflege und die Wiederherstellung der Hautbarriere gelegt, als Ergänzung zur medikamentösen Behandlung. Dies trägt dazu bei, die Behandlungen besser durchzuhalten und verringert das Risiko zusätzlicher Reizungen.
Was können Sie selbst bei Akne tun? (praktische Tipps)
Eine Behandlung zeigt in der Regel bessere Ergebnisse, wenn die Grundlagen beachtet werden. Diese Tipps sind häufig hilfreich:
- Wenden Sie eine Behandlung ausreichend lange an
Viele Präparate entfalten ihre volle Wirkung erst nach 6–8 Wochen. - Vermeiden Sie eine Überbehandlung
Die gleichzeitige Anwendung zu vieler Produkte kann schneller zu Hautreizungen führen und Akne verschlimmern. - Drücken Sie Pickel besser nicht aus
Dies erhöht das Risiko für Narbenbildung und Pigmentstörungen. - Beachten Sie schmerzhafte, unterirdische Akne
Diese kann auf mittelschwere bis schwere Akne hinweisen. In solchen Fällen ist möglicherweise eine medizinische Behandlung erforderlich, um Beschwerden zu lindern und eine Verschlechterung zu verhindern. - Suchen Sie Unterstützung, wenn Akne Ihren Alltag beeinträchtigt
Akne kann nicht nur körperlich, sondern auch psychisch belastend sein.
Wann ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen?
Wenden Sie sich an einen Arzt, wenn:
- Akne schwerwiegend ist oder sich rasch verschlechtert
- schmerzhafte, unterirdische Entzündungen auftreten
- Narben entstehen
- Sie seit Wochen behandeln, ohne eine Verbesserung zu bemerken
- Akne erheblichen Stress, Scham oder Niedergeschlagenheit verursacht
Fazit: Was ist die wichtigste Entwicklung?
Die Forschung im Bereich Akne schreitet kontinuierlich voran, doch die größten Fortschritte liegen derzeit vor allem in einer optimierten Behandlung und nicht unbedingt in der Entwicklung eines revolutionär neuen Präparats.
Lichttherapie gewinnt zunehmend an Aufmerksamkeit und kann für einige Personen von Interesse sein, jedoch setzen die Leitlinien weiterhin vor allem auf bewährte Therapieansätze. Der Schwerpunkt liegt verstärkt auf individueller Anpassung, hautschonender Pflege und einem sorgfältigen Einsatz von Antibiotika.
Mit der richtigen Behandlung sind oft rasch Verbesserungen sichtbar.