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Androcur

Androcur

Androcur ist ein Arzneimittel, welches den Wirkstoff Cyproteron enthält. Als sogenanntes Antiandrogen hemmt es die Wirkung von männlichen Geschlechtshormonen. Das Medikament fördert somit die Bildung von Gestagen oder Schwangerschaftshormone und hat somit einen antigonadotropen Effekt.

Was ist Androcur?

Androcur ist ein Arzneimittel, welches den Wirkstoff Cyproteron enthält. Als sogenanntes Antiandrogen hemmt es die Wirkung von männlichen Geschlechtshormonen. Das Medikament fördert somit die Bildung von Gestagen oder Schwangerschaftshormone und hat somit einen antigonadotropen Effekt.

Wofür wird das Medikament verwendet?

Akne kann viele Ursachen haben – unter anderem hormonelle Dysbalancen. Eine überschießende Produktion männlicher Geschlechtshormone, der sogenannten Androgene, kann die Haut aus dem Gleichgewicht bringen und die Erkrankung auslösen oder fördern. Androcur hemmt die Bildung dieser Hormone. Eine mittelschwere oder schwere Akneerkrankung kann so behandelt und deutlich gelindert oder gar ganz geheilt werden. Androcur kann auch verschrieben werden bei Frauen, die unter einer krankhaft vermehrten Körperbehaarung leiden. Ebenfalls kann die Einnahme bei einem androgenbedingten Haarausfall helfen. Liegt eine verstärkte Talgdrüsentätigkeit vor, kann diese durch die Einnahme abgeschwächt werden.

Wie verwendet man (Androcur)?

Androcur wird von Patienten in der Regel in Tablettenform unzerkaut eingenommen. Die Tabletten werden nach den Mahlzeiten mit genügend Flüssigkeit verabreicht.

Dosierung

Die Tablettendosis richtet sich nach dem jeweiligen Anwendungsbereich. Wird Androcur zur Behandlung von Haarausfall und Akne bei Frauen eingesetzt, werden vom ersten bis zehnten Zyklustag 100 Milligramm Cyproteron täglich eingenommen. Gleichzeitig sollten Frauen den gesamten Zyklus über ein Östrogen oder eine Gestagen-Östrogen-Kombination einnehmen. Dies sorgt für einen stabilen Zyklus und gewährleistet den erforderlichen Empfängnisschutz.

Nebenwirkungen

Bei Frauen treten während der Einnahme sehr häufig unregelmäßige Blutungen auf. Auch kann die Menstruation gänzlich ausbleiben. Ebenfalls kommt es sehr häufig zu einer Hemmung des Eisprungs. Weitere Details und ausführliche Angaben zu sämtlichen Nebenwirkungen finden Patienten im Beipackzettel.

Wann darf man dieses Medikament nicht benutzen?

Androcur darf keinesfalls eingenommen werden, wenn eine Allergie gegen den Wirkstoff Cyproteron oder gegen einen anderen Bestandteil des Präparates besteht. Zu den weiteren Gegenanzeigen zählen:

  • Leberzirrhose und bestimmte Lebererkrankungen
  • bestehende oder vorausgegangene Lebertumore
  • bösartige Neubildungen
  • Meningeome (meist gutartige Tumoren der Hirnhaut)
  • schwere, andauernde Depressionen
  • aktuelle oder vergangene Blutgerinnselstörungen in den Venen oder Arterien
  • schwerer Diabetes mellitus mit Gefäßveränderungen
  • Sichelzellenanämie

Speziell Frauen dürfen weiterhin nicht auf das Präparat zurückgreifen, wenn bei ihnen Blutungen aus der Scheide vorliegen, deren Ursachen nicht abgeklärt wurden. Kinder und Jugendliche sind ebenfalls von einer Therapie auszuschließen. Grundsätzlich gilt: Patienten, bei denen die Pubertät noch nicht abgeschlossen ist, sollten nicht mit Androcur behandelt werden, weil sowohl Wachstum als auch hormonelle Reife gestört werden könnten. Eine ausführliche Auskunft über die möglichen Wechselwirkungen einer Behandlung mit Androcur gibt der Beipackzettel.

Schwangerschaft / Fahrtüchtigkeit / Alkohol

Sowohl während einer Schwangerschaft als auch in der Stillzeit darf eine Therapie mit Androcur nicht eingeleitet werden. Vor Behandlungsbeginn muss sichergestellt sein, dass keine Schwangerschaft vorliegt. Während der Einnahme muss eine ausreichende Empfängnisverhütung gewährleistet sein. Alkohol kann die Wirkung des Medikaments reduzieren, weshalb auf den Genuss verzichtet werden sollte. Androcur kann bei Patienten Müdigkeit, Energiedefizite und Konzentrationsstörungen auslösen. Selbst bei bestimmungsgemäßem Gebrauch kann die Fahrtüchtigkeit daher eingeschränkt sein.